top
   
  ARBEITSKREIS der KÜNSTLER Bergisch Gladbach e.V.  
Menu

  

AdK Aktuell...

25 Jahre ADK
Anlaß für eine Jubiläumsausstellung in der  Villa Zanders in Bergisch Gladbach

Austellungseröffnung  - 1. Teil - ist am Sonntag, 11. Juli um 11.30 Uhr
Dauer der Ausstellung: 13. Juli bis 8. August 2010

Ausstellungseröffnung - 2. Teil . ist am Sonntag, 15. August um 11.30 Uhr
Dauer der Ausstellung: 17. August bis 12. September 2010

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag jeweils von 14 - 18 Uhr
                           Donnerstag 14 - 20 Uhr und Sonntag 11 - 18 Uhr


Facetten der Kreativität (Jubiläumsausstellung 1. Teil)
Auszug aus KStA vom 10.07.2010 


 Einladung - Teil 1


   Eröffnung durch Wolfgang Vomm und der erste Gang durch die
   Ausstellungsräume der Villa Zanders

          

       

 

Einladung - Teil 2

 

Eröffnung der 2. Ausstellung am 15. August in den Ausstellungsräumen der Villa Zanders

                               

       

          

Der Reichtum der Varianten
(Auszug aus KStA vom 17.8.2010 zum 2. Teil der Ausstellung) 
                                 

 

Rede von Doro Corts zur Ausstellung „25 Jahre AdK“ in der Städtischen Galerie Villa Zanders am 15. 8.2010

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe AdK-Mitglieder
viele von Ihnen werden mich in meiner Funktion als Vorsitzende des Galerie+Schlossvereins kennen. Aber werden vielleicht nicht wissen, dass ich ebenfalls seit über 15 Jahren Mitglied des AdK bin und dort immerhin vier Jahre als Vorsitzende tätig war. Dies ist wohl auch der Hintergrund, vor dem ich gebeten wurde, heute einen Rückblick auf den Verein zur zweiten Runde dieser Jubiläumsausstellung zu werfen. Hilfreich dafür mag sein, dass meine Amtszeit in der 2. Hälfte der 90er damit genau in der Mitte dieser 25 Jahre steht, so kann ich von dieser Warte aus bequem 10 Jahre zurück und 10 Jahre nach vorne schauen und damit das gewünschte, allerdings natürlich sehr subjektive Gesamtbild zu beschreiben versuchen.
Wagen wir also zuerst einen Blick zurück in die Mitte der 80er Jahre und sehen:
Einen losen Zusammenschluss vieler Kreativer aus Bergisch Gladbach und Umgebung,
Kunstaktionen wie die legendären „Spätstücke“ bei denen man sich am Konrad-Adenauer-Platz auf von Künstlern mitgebrachte Sofas setzte: die Künstler mit dem jeweiligen Werk, die Bürger mit Kuchen - so kam man ins gemeinsame Gespräch,
Große Herbst- und Weihnachtsausstellungen
ein erstes Künstlerverzeichnis,
Gespräche und Diskussionen über ein weiteres, gemeinsames Vorgehen
 
Und mit großem Erstaunen werden wir feststellen:
Die Namen der Protagonisten dieser damaligen Aktivitäten lesen sich wie das who is who unserer Kulturschaffenden der letzten Jahre – will meinen, dass unsere Stadt wohl ein unglaubliches Glück hatte mit Menschen, die bereits damals Kultur als ganz persönliche Aufgabe und Herausforderung ansahen! Denn man kann sie gar nicht alle nennen, die dort bei Eva Stammen auf dem Dachboden saßen und diskutierten, die Aktionen planten, Sponsoren suchten - so z. B. die orstansässigen Banken ins Boot holten; die sich sogar mit der Kulturverwaltung auseinander setzten. Und doch sollte man neben Eva Stammen nennen Künstler wie Mary Bauermeister, Fritz Lauten, Rolf Hinterecker, Georg Dittrich, Gerda Reh, Aktivisten und Kunstsammler wie Gerd Krämer und Klaus Altmann, Politiker wie Franz-Heinrich Krey, die mit all den anderen - hier aus Zeitgründen nicht genannten - Kultur nicht nur als lebenswichtigen Bestandteil der Gesellschaft erkannten, sondern auch deren Verortung in ihrem - und damit auch unserem - Umfeld als Verpflichtung ansahen.
Doch wie sollte diese Verortung aussehen – hier gingen nämlich damals wie heute die Vorstellungen weit auseinander! Sollte – wie Herr Dr. Vomm gerade erläutert hat - dem Wunsch der Verwaltung entsprechend ein Künstlerverein entstehen? Oder – wie einige Andere argumentierten – eher ein Kunstverein? Ein großer Unterschied, wie Kulturleute wissen! Oder sollte gar die kurz vor der Eröffnung stehende Städtische Galerie Villa Zanders mit einem Förderverein unterstützt werden? Man sieht geradezu die rauchenden Köpfe vor sich, die erregten Gespräche, die Grüppchenbildung bei dieser komplexen Thematik!
Doch in Anbetracht der vorab erwähnten Namen muss man sich fast nicht wundern: Letztlich führte es zur gekonnten Umsetzungen all dieser spannenden Ideen.
Klaus Altmann und Wolfgang Vomm begründeten den Förderverein der Städtischen Galerie, ohne den dieses Haus heute sicher kein Museum mehr wäre, und schufen den Siegeszug der Artothek,
Franz-Heinrich Krey hat bis heute ein offenes Ohr für Kulturthemen und hielt viele Jahre den Vorsitz im Verschönerungsverein, der diverse Gestaltungen in der Innenstadt umsetzte,
Georg Dittrich entwickelte die „Gespräche im Roten Salon“ zu Kunst und Philosophie hier im Haus
Gerd Krämer ermöglichte mit dem Bergisch Gladbacher Kunstverein viele Jahre lang Begegnungen mit Kunst in der Krypta 182 und unterhält seit 2008 die BOX 315, einen Ausstellungsraum in Paffrath
Und – sonst wären wir heute nicht hier
Es kam zur Vereinsgründung des AdK am 18. 12. 1987 mit Gerd Krämer als erstem Vorsitzenden.
Doch das klingt schon wieder viel zu glatt – so einfach war diese Gründung nicht! Da ist ein Künstlerverein wohl doch etwas anderes als ein Tennisclub oder ein Kirchenchor! Künstler sind zwar zumeist sehr gesellige Menschen, müssen aber naturgemäß aus dem Eigenen schöpfen, nach dem Alleinstellungsmerkmal suchen sich also zunächst gegen den anderen stellen. Zusätzlich geben sie in ihrer Arbeit viel persönliches Herzblut preis. Gemeinsame Kriterien und Wertmaßstäbe sind schwer zu fassen, bei Auseinandersetzungen um Inhalte, bei Kritik und Jurierung geht es schnell ums Ganze - Glück und Tränen, Neid und Animositäten aber auch lebenslange Freundschaften liegen da eng beieinander. Wie geht da ein gemeinsamer Verein! Für Künstler!?
Den Machern der ersten Stunde ist es zu verdanken, dass sie all diesen Dingen Rechnung trugen. Sie gaben dem Kind einen adäquaten Namen, nämlich Arbeitskreis und eben nicht einengend Künstlerverein o.ä. – und verordneten ihm auch eine Satzung, die bis heute zwar das Grundgerüst für diesen wichtigen Zusammenschluss bildet, aber zugleich so offen formuliert war, dass größtmögliche Freiheit gewährt wird.
Denn bereits zu Beginn gab es gewichtige Fragen wie z. B.: Gibt es eine Abgrenzung zwischen Profis mit z. T. langjährigen Studiengängen und den sogenannten Hobbykünstlern – und wenn ja, wo genau verläuft diese Grenze? Dass diese Frage damals sehr offen beantwortet wurde, liegt sicher zum einen an den handelnden post-68-er Protagonisten, dem berühmten „erweiterten Kunstbegriff“ von Joseph Beuys und zum anderen – an Mary Bauermeister. Ihre bis heute postulierte Liebe zu Kreativen jeder Couleur hat sicher nicht zuletzt den Ausschlag gegeben, den Verein möglichst offen zu gestalten, was – wie zu befürchten war – wiederum einige Profis von der Teilnahme an diesem Unterfangen abhielt.
Aber so begann die aktive Arbeit des Arbeitskreises. Es war vor allem eine Ausstellungstätigkeit, die viele Jahre in den Banken, der VHS und später im Bergischen Löwen stattfand. Dies geschah in gewollt offenem Miteinander - bewerben durften sich immer auch Nichtmitglieder. Eine breit aufgestellte Jury bewertete die eingereichten Vorschläge nach strengen Kriterien und stellte spannungsreiche Veranstaltungen zusammen, meist begleitet von Musik und Vorträgen.
Dies wurde auch Anfang der 90er fortgesetzt, nun zusätzlich mit schickem, eigenem Logo und einem neuen Vorsitzenden, dem Lehrer und Künstler Walter Jansen. Noch so ein Name: Walter und seine erst kürzlich verstorbene Frau, die Künstlerin Elisabeth Jansen sind im Kulturgeschehen dieser Stadt (und Odenthal) fest verwurzelt. So leitet Walter noch heute die Kleine Rathausgalerie in Odenthal und hat als Bildhauer vor kurzem den dortigen Hexenbrunnen realisiert. Elisabeths Bilder sehen Sie in dieser Ausstellung.
Damals realisierte Jansen z.B. ein umfangreiches Künstlerverzeichnis und saß im Vorstand gemeinsam mit Heidi Litzinger. Auch Heidi ist bis heute aktive AdKlerin, ist auch eine der in der momentanen Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und mitverantwortlich für die Organisation und Hängung dieser 25-Jahres-Feier.
Im Jahr 1993 gab es sogar einen AdK-Preisträger: Im Zusammenhang mit der Ausstellung „heute-hier“ fiel die Wahl der Jury auf ein Foto des Künstlers Michael Wittassek, der daraufhin eine kleine Werkschau in der Villa Zanders erhielt – lange vor der einige Jahre später im selben Haus stattfindenden großen Einzelausstellung.
In die Ära Jansen fiel noch eine spektakuläre Neuerung: Ein Raum im Dachgeschoss der ehemaligen Heidkamper Schule konnte angemietet werden! Somit hatte der Verein, der bis dahin zumeist in den Wohnzimmern der Vorsitzenden zusammenkam zum 1. Mal eine eigene Klingel und ein Schild, also eine Adresse: den sogenannten AdK-Kunstraum und damit die Möglichkeit, sich dort zu treffen und kleinere Ausstellungen und workshops durchzuführen. Sogar eine Geschäftsstelle mit Telefon und Kopierer (später auch PC und Drucker) wurde eingerichtet. Das machte die Arbeit leichter, die Präsentation professioneller – erhöhte aber leider auch den Mitgliedsbeitrag, was – Sie werden es ahnen - erneut zu einzelnen Austritten führte! Überhaupt war und ist bis heute die schon eingangs beschriebene Inhomogenität der Vereinsmitglieder und die daraus resultierenden unterschiedlichen Sichtweisen gleichermaßen Segen wie Fluch. Die Zusammenkünfte waren zumeist ausgesprochen kurzweilig, alles wurde ausdiskutiert. Die Dinge wurden dann zwar mehrheitlich im Einvernehmen entschieden, aber auch mancher Dissenz erzeugt, Türenknallen eingeschlossen.
So verließ Anfang der 90er das Beiratsmitglied Karsten Panzer nach einigen Querelen den Verein und entwickelte die eigentlich noch im AdK entstandene Idee der Kunstplätze zu einem eigenen Großprojekt – viele von Ihnen werden sich erinnern. Natürlich blieb auch er der Stadtkultur verbunden – inzwischen ist er Ausstellungsmacher im TechnologiePark und Mitbegründer des Aterlierhaus 24.
Und auch der nächste Vorsitzende Volker Hamann sollte mit neuen Ideen für einige Aufregung sorgen. Seine Strategie ging dahin, weniger freie Ausstellungen zu organisieren, sondern im projektbezogenen Arbeiten eine Art Fortbildungsmaßnahme für die Künstler zu ermöglichen. Zusätzlich legte er Wert auf regelmäßige Gespräche zu kulturgeschichtlichen und philosophischen Themen und forderte die Überprüfung des eigenen künstlerischen Tuns. Diese neue Form führte zu ganz ungewöhnlichen Ergebnissen: so kam es zur Sinnenfinsternis, einer Ausstellung in der absoluten Dunkelheit, oder dem Zyklus Langsamkeit und Stille, an dem auch der Verein Wort und Kunst unter seinem engagierten Vorsitzenden Karl Feldkamp teilnahm – übrigens eine Zusammenarbeit, die bis heute sehr erfolgreich stattfindet.
Und es führte zu einem starken Wechsel der Mitglieder – die hier propagierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Werk war nicht jedermanns Sache, die Verteidigung und damit verbunden eine eventuelle Aufgabe der vielleicht gerade erst erkämpften künstlerischen Position schuf Zwiespälte und Ängste. Aber es gab auch Mitglieder, die diese Zeit als eine überaus wichtige persönliche Entwicklung beschreiben, eine davon ist sicherlich Brigitte Schollmayer. Die als Grafikerin arbeitende Künstlerin öffnete sich diesem prozesshaften neuen Tun mit viel Interesse und entwickelte daraufhin eine völlig neue Arbeitsweise, deren Ergebnisse später zu interessanten Ausstellungen - auch hier im Hause - führten. Dass sie zusätzlich ihr profundes Wissen über Papierschöpfen und Buchbinden an die Kollegen weitergab, entsprach ebenfalls dem damaligen Konzept und ermöglichte den „Lehrlingen“ so manche neue Präsentationsform für ihre eigene Ausstellungstätigkeit.
Diese Art der Vereinsführung war wohl auch der Grund für meinen eigenen AdK-Beitritt als Nichtkünstlerin – wo sonst konnte man solch heiße Diskussionen führen über künstlerische und gesellschaftliche Prozesse oder kulturpolitische Entwicklungen? Mich hatte das lockere aber gleichzeitig engagierte Miteinander damals sehr angezogen.
Und so war ich dann prompt die nächste Vorsitzende – für 4 Jahre übernahm ich nun den Staffelstab, übrigens mit Christa Manz-Dewald, Ulrike Oeter, Margret Schopka und Inge Steinebach der erste rein weibliche besetzte Vorstand. Wir führten die durch Hamann vorgegebene Richtung mit Überzeugung fort und hatten allerdings gleich zu Beginn einen ganz dicken Brocken zu bewältigen: das Projekt „zeitweise öffentlich“ im Rahmen des vom Rheinisch-Bergischen Kreis durchgeführten Festivals Forum Ost-West. Die Kreiskulturreferentin Susanne Bonenkamp, die diese wunderbare Idee an uns herangetragen hatte, sollte auch später immer wieder Projekte in Zusammenarbeit mit Künstlern des AdK durchführen. Damals waren es gleich 11 polnische Künstler, die über einen längeren Zeitraum bei uns zu Gast waren. Sie realisierten und präsentierten ihr Werk in Bergisch Gladbacher Privatwohnungen und -häusern, die danach - eben zeitweise öffentlich - zu besichtigen waren. Dieser intensive Kontakt mit den hochrangigen polnischen Kollegen war für uns alle gleichermaßen anstrengend wie befruchtend! Denn einige durchwachte Nächte, leere Wodkaflaschen und wunderbare Gespräche später nahmen wir viel menschliche und künstlerische Erfahrung mit. Nach Abschluss dieser Aktion wurde der einmal begonnene Diskurs rasch wieder aufgenommen denn eines war uns klar: wollten wir den AdK am Leben erhalten, könnten wir unserem Bergisch Gladbacher Publikum nicht ständig dieselben Künstler präsentieren! Hier mussten dringend Kontakte nach außen aufgenommen und unterhalten werden.
Dies geschah in Folge mit einem Projekt, dem wir den Namen Rhizom gaben, als Sinnbild einer Pflanze, die unterirdisch weite Ausläufer bildet und an unterschiedlichen Orten neue Triebe entwickelt (für die Gärtner unter Ihnen: z.B. der Giersch, dieses Unkraut, das sie alle nicht leiden können, weil es nicht auszurotten ist und überall im Garten wieder auftaucht, ist ein Rhizom – aber welch schöne Metapher für ein Kunstprojekt, oder?).
Ausstellungen in Krakau und der Villa Zanders folgten und sogar ein begleitender Katalog konnte erarbeitet werden. Später dann wurden die seitens der Stadt ausgeschriebenen „Wochen des europäischen Nachbarn“ jeweils zum weiteren rhizomieren genutzt: französische Künstler stellten in einem Hotel in Bensberg aus, italienische Kunststudenten hinterließen Wandmalereien am Bergischen Löwen und an der Post, später folgte ein Austauschprojekt mit Niederländern. Alles Projekte, die die hiesigen Künstler betreuten und zu Gegenbesuchen und Ausstellungen in den jeweiligen Ländern nutzten.
Diese internationalen Projekte realisierten sich nun nicht mehr so leicht – waren verbunden mit Reisen, mit der Akquise von entsprechenden finanziellen Mitteln - und beanspruchten die neuen Vorstandsmitglieder in weit höherem Maße als ihre Vorgänger. So wurde es immer schwieriger, Nachfolger für diese ehrenamtliche Aufgabe zu finden. Ich hatte damals großes Glück, in der Kunsthistorikerin Doris Hensch eine großartige Nachfolgerin zu finden. Sie, heute ebenfalls bekannt als profunde Rednerin vieler Ausstellungseröffnungen und Vortragsveranstaltungen, bezeichnet ihr damaliges Engagement zwar rückblickend ebenfalls als nicht unanstrengend, aber auch als persönlich befruchtend und richtungweisend.
Danach gestaltete sich die Nachfolgesituation allerdings so aussichtslos, dass ein Zusammenbruch des Vereins immer wahrscheinlicher wurde – jedoch die „Alte Garde“ rettete mal wieder die Situation – und das meine ich überhaupt nicht despektierlich sondern mit großem Respekt!
Edda Jende und Gerda Reh, die beiden Urgesteininnen aus den Anfängen des Vereins, nahmen das Geschäft in ihre erprobten Hände und führten das schlingernde Schiff wieder in ruhiges Fahrwasser. Regelmäßige Ausstellungen in der VHS, im Kulturhaus Zanders, sowie im Amtsgericht in Bensberg setzten die Kontinuität fort. Zusätzlich entstand das Projekt FENEX: Ausstellungen in leerstehenden Ladenlokalen, die Krise ging offensichtlich auch an Bergisch Gladbach nicht vorbei.
Diese allgemeine Krise brachte – ebenso wie in anderen Kommunen – auch in Bergisch Gladbach scharfe Einschnitte im städtischen Kulturetat. Leistungen wurden gekürzt, Personal umgesetzt – einen Kulturdezernenten alter Prägung suchte man – bis heute – vergebens. Angesichts der nun schon mehrfach erwähnten kraftvollen Szene ahnen Sie es wohl schon: ja, es gab Menschen, die sich dieser schlechten Entwicklung trotzig entgegenstellten und u. a. einen Dachverband und somit Unterstützung für die freie Szene forderten. Und die den bis heute aktiven Stadtverband Kultur gründeten. Gründungsmitglieder und einige Jahre im Vorstand: Karl Feldkamp, Doro Corts, Gerd Krämer, Annelis Griebler – kommen Ihnen diese Namen nicht bekannt vor? Aber gerade diesen Beteiligten war klar: Auch Kultur-politik ist ein wichtiges Feld, und es muss von den Kulturschaffenden selbst beackert werden, will man denn in diesen schwierigen Zeiten überleben!
Und natürlich überlebte auch der AdK – nach einer kurzen Phase unter Mariese Schreiber kam die zupackende Martine Dupont ans Ruder. Sie, die als Keramikerin eher fragile Gefäße herstellt, warf sich mit viel Enthusiasmus in die organisatorische Arbeit und hielt mit ihrer herzlichen Unverblümtheit die Fäden wie die Menschen zusammen. Sie entwickelte unterschiedliche Ausstellungsprojekte - manche auch gemeinsam mit dem Fachbereich Kultur wie eine Plakataktion in der Innenstadt, nahm die Philosophischen Gespräche wieder ins Programm und feierte mit einem umfangreichen Kulturfest im Kulturhaus Zanders den damals 20. Geburtstag des Vereins.
Der vorläufig letzte und somit momentane Vorsitzende ist wieder ein Nicht-Künstler – Hajo Tiefenstädter. Hajo hat sich - ähnlich wie ich vor Jahren - nach ganz kurzer Zeit des Kennenlernens entschlossen, diesen Job auf sich zu nehmen und ist jetzt auch schon mehr als 2 Jahre dabei.
Tja, meine Damen und Herren, jetzt habe ich Ihnen viel berichtet über Ausstellungsprojekte, Vereinsarbeit, Kulturpolitik – doch was ist eigentlich mit den Künstlern werden sie sich zu Recht fragen! Die sind doch der Grund des Ganzen, das Potential, die Basis! Doch wen frage ich sie - soll ich da namentlich nennen?
Viele, viele Künstler sind in diesen 25 Jahren durch die Mitgliederlisten des AdK gezogen, haben ausgestellt in dieser Stadt, viele auch in diesem Haus, haben Sie, das Publikum, möglicherweise verwundert, bezaubert oder verstört mit der Kraft ihres Werks. Für einige von ihnen war der Verein eine Art Sprungbrett, ihr Strahlen reichte über unsere Stadtgrenzen hinaus, sie arbeiten nun woanders, haben den Verein verlassen. Andere sind ganz bewusst bei uns geblieben, wirken in diesem Verbund von Heimat und gewohnter Umgebung, setzen sich auseinander mit den örtlichen Gegebenheiten. Einige mussten sicher auch erkennen, dass das Talent nicht reichte, sahen die Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität und wendeten sich anderen Dingen zu. Und es gab auch die, denen immer das kleine Quäntchen Glück fehlte, das man ja auch stets braucht zur Erfüllung der eigenen Träume, sie waren vielleicht zur falschen Zeit am richtigen Ort, haben die eine wichtige Ausstellung, den besonders begehrten Sammler nicht erreicht. So ist Leben.
Doch dieser Verein hat sie alle leben lassen in der Kunst, hat sie unterstützt und tut dies weiterhin. Eine neue Generation - so hörte ich - kommt gerade im Verein an, lernt von den alten Hasen, hört Berichte wie den meinigen heute und ich kann nur hoffen, nein, ich appelliere an die Alten wie an die Neuzugänge: Nehmt diesen Verein als Verpflichtung und tragt den Stab weiter! Entwickelt in diesem Forum die euch gemäßen Formen der Zusammenarbeit! Und vor allem: Ruht euch nicht aus sondern stellt euer Werk in Frage! Schaut genau hin, in die Kunstszene, verinnerlicht was die anderen tun und stellt euch der Konkurrenz!
Besucht z. B. die hier im Haus regelmäßig stattfindenden Künstlergespräche und Vorträge zu Kunst – ein Pflichttermin für jeden hier ansässigen Künstler!
Entwicklung braucht Mut, Mut zum Innehalten, zur Reflektion, aber auch Mut zum Nach-vorne-gehen, zu notwendigen Veränderungen, auch wenn´s manchmal weh tut.
An dieser Stelle möchte ich zitieren Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Kulturstaatssekretär unter Jürgen Rüttgers der in einer vielbeachteten Rede meinte:Zitat
Wer wissen will, wohin die Reise gehen soll, muss auch wissen, woher er kommt. Wer ein Fundament unter den Füßen hat, kann sich - notfalls auch radikal - in Frage stellen lassen.
Diese Worte sind meines Erachtens wunderbar geeignet, auf 25 Jahre AdK zurück zu blicken und auf 25 weitere Jahre zu hoffen. Wir alle brauchen die Auseinandersetzung mit Kunst, mit vielleicht manchmal nur schwer verständlichen Bildern, Worten und Tönen, weil wir genau daran lernen, mit dem Fremden, mit dem Unvorhergesehenen, das zunehmend auf uns einströmt, umzugehen. Und wir dürfen nicht vergessen: Zeitgenössische Kunst, Architektur, Literatur, Musik beschreibt unsere gelebte Jetzt-Zeit für zukünftige Generationen – denn genau das wird die Tradition von morgen sein, daran wird man uns messen. Wir dürfen also nicht im ewiggestrigen, im Blick zurück verharren, sonst kommen wir in der nachfolgenden Geschichte eben nicht vor!
Grosse-Brockhoff sagte an anderer Stelle Zitat:
In einer Zeit, in der alles geht, "anything goes", sich ein Event an das andere reiht und unsere Kultureinrichtungen ständig unter dem Druck der Generierung von Besucherzahlen von Veranstaltungen, von Eigeneinnahmen durch möglichst viele Veranstaltungen und Events stehen, müssen wir uns gerade in der öffentlich finanzierten Kultur wieder mehr darauf besinnen, worum es eigentlich geht.
Nämlich einerseits um die Bewahrung und Weitergabe, im wahrsten Sinne des Wortes um die "Tradition" unseres kulturellen Gedächtnisses, also all dessen, was verloren und für immer vergessen zu gehen und damit für immer von der Bildfläche zu verschwinden droht, und andererseits um die Ermöglichung des Neuen, des Unerhörten, des womöglich Anstößigen, also Skandalösen, also all dessen, was man vielleicht mit dem etwas aus der Mode gekommenen Begriff der Avantgarde bezeichnen könnte.
Die Events, meine Damen und Herren, die können und müssen wir mehr und mehr mit privatem Geld von Sponsoren, Spendern, Bürgerinnen und Bürgern und anderen Geldgebern veranstalten.
Diese Worte möchte ich mit den vorab geschilderten langjährigen Anstrengungen der vielen Bürgerinnen und Bürger um die Kultur in dieser Stadt verbinden und ebenfalls einen Appell richten an die Entscheidungsträger in Verwaltung und Politik:
Ermöglichen Sie trotz oder gerade in diesen Krisenzeiten Kunst und Kultur in dieser Stadt – und zwar in ihrer ganzen Vielfalt! Die freie Szene braucht diesen Schutz, ebenso die Institutionen wie die Städtische Galerie Villa Zanders. Viele, nein sehr viele Menschen sind bereit, Herz und Hand, sogar das Portemonnaie zu öffnen um ihren Beitrag zu leisten. Nehmen sie diese Hilfe an und entwickeln sie die Rahmenbedingungen zum Erhalt der Strukturen, die jetzt - noch -vorhanden sind!
Die gerade beschriebenen Anstrengungen der Kultur-Aktivisten von 1980 bis heute sind, so denke ich, eine Verpflichtung für uns alle in dieser Stadt. Ich persönlich habe im AdK viel gelernt und möchte mich an dieser Stelle bei allen „meinen“ Künstlern bedanken für diese Möglichkeit. Ich habe in den letzten Jahren versucht, diese Energie, dieses Brennen für Kultur, weiter zu tragen. Dass dies in Zeiten flacher Fernseh-Unterhaltung und leicht verdaulicher Bilder-Flut immer schwieriger wird, wissen Sie genauso gut wie ich. Aber dass man auch gemeinsam Dinge bewegen kann, davon zeugt die AdK-Geschichte: Also, meine Damen und Herren in Politik und Verwaltung: Wenn wir richtige Kultur wollen, Themen an denen wir lachen und leiden, uns verletzen und uns begeistern können - packen wir´s an, ich zähle auf Sie!
 

Weitere Einzelheiten zum Jubiläum und zu der Ausstellung finden Sie unter  Bergisch Gladbach Aktuelles

 ADK - Arbeitskreis der Künstler feiert Jubiläum
(Bericht von Marion Decker DVPJ)

                                                    

 

AFF in Bensberg,- Rathaus Bensberg- Bergisch Gladbach 1

In der zauberhaften Bensberger Burganlage, findet im Moment eine Ausstellung von AFF, Artists for Freedom, statt.

Die Dauer wird voraussichtlich vom 28.06.2010- einschließlich 30.09.2010 sein.


Während der Ausstellungsdauer finden dort Lesungen, Musikabende und tänzerische Darbietungen statt, die aus den Künstler und Fachkreisen Bergisch Gladbachs und naher/ferner Umgebung Kölns die Möglichkeit haben im Rahmen der Ausstellung diese mit ihren Beiträgen zu unterstützen.

Thema hier: moderner Menschenhandel... "AFF - Kinder der Freiheit! 
Ausstellung Bensberg Rathaus
Nähere Einzelheiten: 
www.artistsforfreedom.net

 


Starker Mitgliederzuwachs beim Arbeitskreis der Künstler.
Ab 26. Februar 2010 hat der AdK einen neuen Vorstand:

1. Vorsitzender:   Hajo Tiefenstädter
2. Vorsitzender:   Roland Mitttag
Schriftführerin:    Angelika Biber-Najork
Schatzmeister:     Horst Sauer



 

 



AdK in der Presse

Auszug aus KSTA 5. Mai 2009
Rückkehr in Stadtverband beschlossen
Der Arbeitskreis der Künstler (AdK) kehrt in den Stadtverband Kultur zurück. Das teilt der AdK-Vorsitzende Hans-Joachim Tiefenstädter mit. Die Künstler-Vereinigung revidiert damit ihren Austritt aus dem Stadtverband, den sie im November 2008 erklärte.  Der Stadtverband Kultur habe die vom AdK beantragte Wiederaufnahme begrüßt. Die neue Spitze des Stadtverbands um den Vorsitzenden Kurt Hecht und seinen Stellvertreter Heins-D. Haun amtiert seit Anfang April.

  

Temporäre Galerien FENEX  - FENsterEXposition 

Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Arbeiten in den Schaufenstern freier Ladenlokale

Ausstellungen im Juli und August 2010

Bergisch Gladbach-Bensberg:
Schloßstrasse 47:  Martine Dupont, Malerei und Keramik

Wir möchten heute die neue Version 2 der FENEX-Seite vorstellen.
Sie ist zu erreichen unter fenex.adk-gl.de/

Die wichtigsten Änderungen sind: Ein Zugang via Werkvorschau, ein Zugang über die Portraits der beteiligten Künstler sowie in der Regel vier anstelle von zwei Arbeiten pro Künstler. Zusätzlich sind nützliche Links zusammengestellt. FENEX ist eines der Projekte des AdK und wird derzeit geleitet von Viola Kramer und Dr. Lothar Sütterlin.  FENEX steht unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters der Stadt Bergisch Gladbach.

 

 
frudod
CMS + Design: frudod online-agentur
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail